Topinambur – Eine Nutzpflanze im Eden-Projekt

Topinambur – Wo warst Du nur?

Bis vor 5 Jahren kannte ich Topinambur noch nicht. Als ich von der Indianerkartoffel erfuhr, habe ich mich sofort über sie informiert und festgestellt: Diese will ich unbedingt auch haben. Knollen, die ohne weiters Zutun wachsen und sich vermehren. Da das Eden-Projekt nicht im ertragsreichen Flachland angesiedelt ist, sondern derzeit auf circa 850 Meter Seehöhe (der Meeresspiegel erhöht sich jährlich, deshalb schreibe ich “derzeit”), müssen Sorten kultiviert werden, die auch klimatisch passen und gleichsam einen Ernteerfolg mit sich bringen. Es war gar nicht leicht, welche zu bekommen. Im Internet wurden wir zwar fündig, warteten dann aber doch erst einmal ab.

Zugegeben fehlte mir das Vertrauen bei Privatanzeigen und ein Kaufpreis von 3,50 €/Kilo plus Mindestabnahme und Versandkosten etc. bei Bauern/Biohändlern war irgendwie auch nicht einladend. Andere Vorhaben und Aufgaben rückten zwischenzeitlich in den Vordergrund, so dass die Dringlichkeit, diese Knollen ad hoc zu besorgen, nicht gegeben war.

Eine Freundin schließlich brachte mir dann vor etwa 4 Jahren völlig unerwartet zwei kleine, folierte Biopäckchen vom Handel mit. Ich war außer mir vor Freude. Die kleine Schälchen waren mit jeweils acht bescheidenen Knollen bestückt. Sie zu essen, kam nicht in Frage.

Wir legten sie in die Erde und warteten. Aber nicht lange. Zu dieser Zeit, hatte ich noch mehr Muße und Möglichkeit die Beete sauber zu halten, als von „Unkräutern“ zu befreien. Und tatsächlich passierte es, dass ich die ersten Pflanztriebe mit dem Beinwell/Beinwurz verwechselte. Dieser darf gern und reichlich an vielen anderen Stellen gedeihen. Und ich hackte den vermeintlichen Trieb ab, um ironischerweise den Topinamburpflanzen allen Platz und alle Nährstoffe zu bieten. Als ich einen Tag später dahinter kam, was ich da entfernte, nämlich als sich nun mehrere Topinamburpflanzen zeigten, lagen Freude und Ärgernis über mein dummes Verhalten nah beieinander. Sie sprossen nur so aus Erde und wuchsen sichtbar in die Höhe.

Ich war überwältigt, wie hoch sie doch wurden. Bis auf stattliche drei Meter und vielleicht sogar noch höher.

Die Blüten, die an Sonnenhüte, Ochsenaugen oder gewöhnliche Sonnenblumen erinnern, zeigten sich erst im Spätsommer. Nun blühen und vermehren sie sich jedes Jahr aufs Neue, von selbst. Und wir siedeln sie so auch an anderen Stellen an. Und: Sie schmecken toll, auch wenn sich die Verarbeitung etwas umständlich gestaltet. Die Mäuse aber lassen sie auch in Ruhe und sie bilden eine guten Sichtschutz. Tolle Pflanze, kann ich nur jedem empfehlen. Sehr genügsame, hohe Pflanzen, die auch von Bienen und Hummeln sehr gemocht werden.

 

Sehr gerne verschenkt und verschickt das Eden-Projekt einige Knollen an Liebhaber und enthusiastische Newcomer-Selbstversorger in spe.

 

 

text/photos: @sabinelandon

About the author: Sabine Landon
author, nature lover, co-founder of the eden-project in austria, wife & mother

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